TP-Link Deco X60 oder FRITZ!Repeater 3000 AX: Neues Netz oder Erweiterung?

Beide Geräte lösen dasselbe Ärgernis, nämlich das schwache WLAN im hinteren Zimmer, aber sie tun es auf entgegengesetzte Weise. Das eine Set ersetzt das bisherige Funknetz komplett durch drei gleichberechtigte Einheiten, das andere Gerät hängt sich an den vorhandenen Router und verlängert dessen Netz.
Wer die Klasse noch grundsätzlich sortiert, findet die Übersicht bei den Mesh-Routern. Hier stehen das TP-Link Deco X60 im Dreierset und der FRITZ!Repeater 3000 AX mit ihren Datenblättern nebeneinander.
- Das Deco X60 als Dreierset, wenn das WLAN im ganzen Haus neu aufgebaut werden sollbis zu 5400 Mbit/s brutto, laut Hersteller bis zu 660 Quadratmeter Abdeckung, zwei Gigabit-Anschlüsse je Einheit, Kindersicherung und WPA3, drei Jahre Garantie
- Der FRITZ!Repeater 3000 AX, wenn ein vorhandener Router bleiben sollTriband mit drei Funkeinheiten und acht Antennen, bis zu 4200 Mbit/s brutto, Einrichtung per Tastendruck, zwei Gigabit-Anschlüsse, Nachtschaltung, fünf Jahre Garantie
- Beide bilden mit den übrigen Zugangspunkten ein einziges Netz mit einem Namen
Die zwei Kandidaten
TP-Link Deco X60
Drei Einheiten, neues Netz
FRITZ!Repeater 3000 AX
Eine Steckdose, vorhandener Router
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | TP-Link Deco X60 (3er) | FRITZ!Repeater 3000 AX |
|---|---|---|
| Rolle im Netz | ersetzt Router und Repeater | erweitert den vorhandenen Router |
| Funkeinheiten | Dualband, 5 GHz und 2,4 GHz | Triband, zwei mal 5 GHz und 2,4 GHz |
| Bruttogeschwindigkeit | bis 5400 Mbit/s (4804 plus 574) | bis 4200 Mbit/s (3600 plus 600) |
| WLAN-Standard | Wi-Fi 6 | Wi-Fi 6 |
| Antennen | keine Angabe | acht |
| Abdeckung laut Hersteller | bis 660 m², empfohlen für 4 bis 7 Schlafzimmer | keine Angabe in Quadratmetern |
| Einheiten im Lieferumfang | drei | eine |
| Kabelanschlüsse | 2x Gigabit je Einheit | 2x Gigabit |
| Einrichtung | über die App, weitere Einheiten treten selbst bei | per Tastendruck über WPS |
| Kindersicherung | ja, mit Zeitbegrenzung und Sperrlisten | keine Angabe |
| Verschlüsselung | WPA3 | keine Angabe |
| Stromsparen | keine Angabe | Nachtschaltung und Sparbetrieb |
| Erweiterbar | durch weitere Einheiten derselben Reihe | durch weitere Geräte im selben Mesh |
| Maße je Einheit, gerundet | etwa 11 x 11 x 11 cm | etwa 19 x 14 x 9 cm |
| Garantie | 3 Jahre | 5 Jahre |
Werte nach den Herstellerangaben zu beiden Modellen. Die beiden Geräte gehören unterschiedlichen Klassen an: Das eine ist ein vollständiges Set, das den Router mit ablöst, das andere ein einzelnes Gerät, das einen vorhandenen Router voraussetzt. Die Angaben zu Bruttogeschwindigkeit und Abdeckung sind Bestwerte unter Laborbedingungen und im Wohnhaus nie zu erreichen, mehr dazu weiter unten. Zur Verschlüsselung und zur Kindersicherung macht das Datenblatt des Repeaters keine Angabe, was nicht heißt, dass beides fehlt; Fritz-Geräte werden dabei üblicherweise vom Router gesteuert. Die Maßangaben stammen aus den Versandangaben und sind nur gerundet brauchbar. Ein Gewicht ist für den Repeater erkennbar falsch hinterlegt und deshalb für beide weggelassen. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere. Eine fehlende Angabe zählt nicht als Nachteil.
Was aus den Zahlen folgt
Warum ein drittes Funkband so viel ausmacht
Die Rechnung mit dem Rückkanal
Ein Repeater muss jedes Datenpaket zweimal funken: einmal vom Router zu sich und einmal von sich zum Handy. Läuft beides über dasselbe Band, bleibt vom Durchsatz grob die Hälfte übrig.
Aus 4804 Mbit/s auf 5 GHz werden so rechnerisch etwa 2400. Genau das verhindert ein drittes Funkband: Der Rückweg zum Router läuft dort getrennt, das vordere Band bleibt für die Endgeräte frei.
Ein Mesh-Set umgeht das auf anderem Weg, nämlich über Kabel. Sind an jeder Einheit zwei Gigabit-Anschlüsse, kann eine vorhandene Netzwerkdose den Rückweg übernehmen, und dann fällt der Abzug ganz weg.
Praktisch heißt das: Ohne Kabel im Haus ist das dritte Funkband der wirksamere Weg. Liegt Netzwerkkabel oder lässt es sich verlegen, schlägt die Kabelanbindung jede Funklösung.
Was 660 Quadratmeter im Altbau bedeuten
Die Rechnung mit den Wänden
660 Quadratmeter auf drei Einheiten sind rechnerisch 220 je Stück, also ein Kreis mit gut acht Metern Radius. Diese Werte entstehen auf freier Fläche ohne Hindernisse.
Eine tragende Wand aus Stahlbeton dämpft das 5-GHz-Signal um ein Vielfaches, eine Geschossdecke ebenso, und schon eine einzige Wand kann die nutzbare Reichweite halbieren. Zwei Decken zwischen Router und Zimmer sind der übliche Grund dafür, dass ein einzelnes Gerät nicht reicht.
In einem normalen Haus mit drei Ebenen bleibt von den 220 Quadratmetern je Einheit in der Praxis oft ein Radius von vier bis sechs Metern, was ungefähr einem Geschoss um die Einheit herum entspricht.
Praktisch heißt das: Drei Einheiten decken drei Ebenen ab, eine deckt eine ab. Wer nur ein Zimmer im Blick hat, braucht kein ganzes Set.
Warum die großen Zahlen selten den Anschluss betreffen
Die Rechnung mit der Leitung
Ein üblicher Internetanschluss in Deutschland liefert zwischen 100 und 250 Mbit/s. Beide Geräte funken mit dem Zehn- bis Fünfzigfachen dieser Zahl.
Für das Surfen, Streamen und Videokonferenzen ist die Leitung damit fast immer der Flaschenhals, nicht das WLAN. Wer zu langsames Internet hat, wird das mit keinem Funkgerät reparieren.
Wo die großen Zahlen zählen, ist der Verkehr innerhalb des Hauses: eine Datensicherung auf die Festplatte am Router, ein Film vom Heimserver, viele gleichzeitig verbundene Geräte. Ein Set mit Wi-Fi 6 hält laut Datenblatt über 150 Geräte gleichzeitig aus.
Praktisch heißt das: Gekauft wird gegen Funklöcher und gegen Gleichzeitigkeit, nicht gegen eine langsame Leitung.
Wofür welche Lösung reicht
Wie sich das Deco-Set im Einzelnen schlägt, steht im Test des TP-Link Deco X60. Wer die Zentrale für seine Geräte noch sucht, findet die Übersicht bei den Smart-Home-Zentralen, und für die Steckdosen dahinter lohnt der Blick auf die Steckdosenleisten fürs Smart Home.
Wo jedes von beiden gewinnt
Für das Deco-Set spricht
- Drei Einheiten decken drei Ebenen ab
- Zwei Gigabit-Anschlüsse an jeder Einheit
- Kabelanbindung möglich, damit kein Funkabzug
- Kindersicherung mit Zeiten und Sperrlisten
- Jederzeit um weitere Einheiten erweiterbar
Für den Fritz-Repeater spricht
- Drittes Funkband hält den Rückweg frei
- Der vorhandene Router bleibt in Betrieb
- Einrichtung per Tastendruck, ohne App-Konto
- Nachtschaltung und Sparbetrieb
- Fünf Jahre Herstellergarantie
Die Entscheidung ist weniger eine zwischen zwei Geräten als eine zwischen zwei Wegen. Wer ein Funkloch in einem Zimmer hat und mit seinem Router zufrieden ist, löst das mit einem einzigen Gerät in der Steckdose davor, behält seine gewohnte Oberfläche und muss nichts umstellen. Wer dagegen ein ganzes Haus versorgen will, in dem das WLAN an mehreren Stellen abreißt, kommt mit Anstückeln nicht weit: Drei gleichberechtigte Einheiten mit einem gemeinsamen Netznamen sind dort die sauberere Lösung, besonders wenn eine davon per Kabel angebunden werden kann. Beide Wege sind richtig, sie beantworten nur verschiedene Fragen.
Wenn keines von beiden passt
Häufige Fragen zu Mesh und Repeatern
Wohin gehört das zweite Gerät?
Etwa auf halbem Weg zwischen Router und Funkloch, nicht in das Funkloch selbst. Ein Repeater kann nur weitergeben, was er selbst noch sauber empfängt. Steht er zu weit weg, verteilt er ein schlechtes Signal weiter, und das Ergebnis ist schlechter als vorher.Bleibt der Netzwerkname derselbe?
Bei einem Mesh ja, das ist der Kern der Sache: ein Name, ein Passwort, und die Geräte wechseln beim Durchs-Haus-Gehen selbst zum nächsten Zugangspunkt. Alte Repeater mit eigenem Namen zwingen das Handy dagegen dazu, an einer schwachen Verbindung festzuhalten, bis sie ganz abreißt.Kann ein Mesh-Set die Fritzbox ersetzen?
Das Funknetz ja, den Anschluss ans Internet nicht ohne Weiteres. Wer DSL hat, braucht weiterhin ein Modem; die Fritzbox läuft dann als reines Modem weiter, während das Set das WLAN übernimmt. Bei Kabel- und Glasfaseranschlüssen mit eigenem Modem ist der Wechsel einfacher.Bringt Wi-Fi 6 etwas, wenn die Geräte älter sind?
Auch dann, aber weniger. Der größte Gewinn liegt darin, dass viele Geräte gleichzeitig bedient werden können, ohne sich gegenseitig auszubremsen, und das wirkt teilweise auch bei älteren Endgeräten. Die vollen Geschwindigkeiten sieht nur, wer den Standard auf beiden Seiten hat.Warum ist das WLAN nach dem Aufrüsten immer noch langsam?
Meist, weil nicht das WLAN der Engpass war. Ein Anschluss mit 100 Mbit/s bleibt bei 100 Mbit/s, egal wie schnell das Funknetz ist. Ein Blick lohnt außerdem auf die Frequenz: Endgeräte hängen oft aus alter Gewohnheit am langsameren 2,4-GHz-Band, obwohl das schnellere längst verfügbar wäre.Die Entscheidung in einem Satz
TP-Link Deco X60 Mesh WLAN Set mit drei Einheiten und Wi-Fi 6
Für ein ganzes Haus mit mehreren Ebenen ist das Deco X60 im Dreierset die stimmigere Lösung, weil drei gleichberechtigte Einheiten ein einziges Netz mit einem Namen bilden, jede von ihnen zwei Gigabit-Anschlüsse für eine Kabelanbindung mitbringt und sich die Abdeckung jederzeit um weitere Einheiten erweitern lässt. Der FRITZ!Repeater 3000 AX ist die bessere Wahl, wenn ein vorhandener Router bleiben soll und genau eine Stelle im Haus schlecht versorgt ist: Sein drittes Funkband hält den Rückweg zum Router frei, die Einrichtung dauert einen Tastendruck, und die Garantie läuft zwei Jahre länger. Beide Zahlenwerke sind Bestwerte, die am heimischen Internetanschluss selten zum Tragen kommen.


